An die erste Begegnung mit dem Luxembourg Philharmonic erinnert sich Martin Rajna genau: «Als ich zum ersten Mal die Bühne der Philharmonie betrat, fühlte ich mich sofort zu Hause.» Dass er nur wenige Wochen später seinen Vertrag als nächster Chefdirigent des Orchesters unterschreiben würde, konnte er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen.
Auf sich aufmerksam machte der junge Dirigent, als er 2023 im Alter von nur 27 Jahren zum Ersten Kapellmeister der Ungarischen Staatsoper ernannt wurde und damit in die Fußstapfen Gustav Mahlers trat, der die Stelle 1888 im selben Alter angetreten hatte. Dass sein österreichischer Vorgänger im gleichen Büro arbeitete, ist für ihn mit einer besonderen Verantwortung verbunden. Nachdem er zuletzt vor allem als Operndirigent tätig war, freut er sich darauf, wieder vermehrt aus dem Orchestergraben herauszutreten, um «auf der Bühne» zu stehen. Ohne Frage bleibt der künstlerische Co-Leiter der Budapest Wagner Days der Oper verbunden. Einen Hauch davon trägt er im April in das Grand Auditorium, wo er neben dem Siegfried-Idyll den Ersten Aufzug der Walküre dirigieren wird.
Als Gastdirigent stand der gebürtige Ungar am Pult zahlreicher namhafter Orchester, aber Chefdirigent des Luxembourg Philharmonic zu sein, ist für ihn «eine ganz andere Geschichte». Mit ihm beginnt «keine neue Ära», wie er betont, stattdessen möchte er die «Werte und Fähigkeiten, die Gustavo Gimeno dem Orchester mitgegeben hat, weiterentwickeln» und dem luxemburgischen Publikum gleichzeitig ein neues Repertoire eröffnen. Trotz aller Bescheidenheit setzt er mit seinem ersten Programm ein «Statement». György Kurtágs Stele und Gustav Mahlers Symphonie N° 1 «Titan», deren erste Fassung in Budapest uraufgeführt wurde, eröffnen seine Amtszeit. Ein Komponist, der ebenfalls Beziehungen nach Ungarn pflegte, steht als Jubiläum im Zentrum der Saison: Ludwig van Beethoven. Allein in Luxemburg dirigiert Rajna drei seiner Symphonien, zwei seiner Klavierkonzerte und sein einziges Violinkonzert mit dem Solisten Leonidas Kavakos. Genügend Gelegenheiten, ihn an seiner neuen Wirkungsstätte willkommen zu heißen!
Daniela Zora Marxen






















